Einige nützliche Ratschläge zum Abschluss einer Hypothek, die optimale Laufzeit und vertretbare Tragbarkeit.

Es stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Kredit- resp. Geldbeschaffung zur Auswahl. Hier eine kurze Erklärung:

Wie schon in der Rubrik Eigenkapital beschrieben, hat das Schweizer Bankensystem Interesse, mit einer Finanzierung maximal 80% des Immobilienwerts abzudecken. Natürlich wird hierbei auf einige Profile Rücksicht genommen, welche der Antragsteller als Garantie für eine Hypothek erfüllen muss.

Die beste Voraussetzung für eine Finanzierung ist ein genügend hohes Einkommen. Dieses Einkommen muss die Lebenshaltungskosten des Kreditnehmers sowie die Lebenshaltungskosten seiner Familie decken. In diesen Kosten sind Aufwendungen für Essen, Gesundheit, Auto, Steuern, Versicherungen jeglicher Art, Kommunikation wie Telefon, Fernsehen, etc. aber auch die Wohnkosten enthalten. Die Schweizer Banken regeln die eigene Bonitätsschwelle. Dies bedeutet, dass die Wohnkosten 33% des Einkommens nicht übersteigen dürfen.

Zu dieser einfachen Regel wird auch das Alter des Antragstellers der Finanzierung in Betracht gezogen. Normalerweise gewähren die Schweizer Banken Personen, welche um einen Kredit ersuchen und bereits kurz vor dem Renteneintritt stehen weniger Kredit oder erhöhen die Amortisation (Rückzahlung) für die verbleibende Laufzeit.

Welche Arten von Hypotheken gibt es? Wie funktionieren diese? Und wie wählt man die geeignetste Hypothek für die eigene Situation?

Wie bei allen anderen Entscheidungen sollte man sich auch bei der Wahl der Hypothek auf den gesunden Menschenverstand verlassen: holen Sie von verschiedenen Kreditinstituten mehrere Vorschläge ein und vergleichen Sie diese genau. Entscheiden Sie sich für diejenige, welche Ihrer persönlichen und finanziellen Situation am Besten entspricht. Nachfolgend ein kurzer Überblick der verschiedenen verfügbaren Arten von Hypotheken und ihrer möglichen Amortisierung.

Arten von Hypotheken

Es gibt grundsätzlich vier Arten von Hypotheken. Die wesentlichen Merkmale beziehen sich auf die Flexibilität, die Laufzeit, die Zinsen und letztendlich auf die Sicherheit, welche ein Kreditnehmer wünscht.
 

  • Variable Hypothek

    Hypothek, bei welcher die Zinsen ständig an die Kapitalmarktentwicklung angepasst werden. Ein weiteres Merkmal ist eine nicht festgelegte Laufzeit.

  • Festzinshypothek

    Hypothek mit einem fixen Zinssatz und einer fixen Laufzeit. Diese Finanzierungsmöglichkeit bietet Budgetsicherheit, bindet aber auf der Gegenseite für die abgeschlossene Laufzeit. Eine allfällige vorzeitige Auflösung kann zu hohen Zusatzkosten führen.

  • Libor-Hypothek (Rollover-Hypothek)

    Hypothek, welche sich am Liborzinssatz (London InterBank Offered Rate) orientiert und in der Regel gemäss diesem Index viertel- oder halbjährlich angepasst wird. Historisch betrachtet ist dies diejenige Hypothek mit dem tiefsten Zinssatz.

  • Spezielle Hypotheken

    Spezialmodelle von Hypotheken, welche eine Mischung aus den vorher erwähnten Arten von Hypotheken sind, sind stark von der Politik jedes einzelnen Kreditinstituts abhängen. Sie enthalten aber auch Merkmale, welche sie mit allen bereits angeführten Arten gemein haben.

Diese vier Modelle sind Ihre Trümpfe. Vergleichen Sie verschiedene Finanzdienstleister und achten Sie auf Ihre Präferenzen: Sicherheit, tiefste Kosten, Flexibilität, …

Aktuelle Situation in Bezug auf die Wahl der Hypothek

Die Wahl des für Sie am besten geeigneten Finanzierungsinstruments muss sich auf eine Kombination von Überlegungen stützen, wobei einerseits die aktuelle Situation zu berücksichtigen ist ebenso wie die Aussichten der zukünftigen Finanzmarktentwicklung. Natürlich müssen Sie auch Ihre berufliche Situation oder ganz allgemein die Tragbarkeit während der Laufzeit der Hypothek im Auge behalten.

In diesen Jahren konnte die Volatilität der ausländischen Finanzmärkte die solide Realität des Schweizer Kreditsystems nicht angreifen. Dennoch liegen die Zinssätze in einer Phase der besonders ruhigen und sinkenden Flaute. Die Zinssenkung ist das Ergebnis einer Politik, welche den Umlauf des Geldes stimulieren möchte, um zu Investitionen und Konsum anzuregen. Diese aussergewöhnliche Konjunktur garantiert Ihnen – dem Käufer von heute – Festzinshypotheken mit besonders vorteilhaften Zinsen abzuschliessen, welche Sie vor möglichen zukünftigen Zinserhöhungen absichern.

Wirklich niedrige Zinsen sind aber auch eine verlockende Bedingung für alle, welche auf dieses niedrige Niveau für die kommenden Jahre spekulieren und auf eine Hypothek mit variablen Zinssatz oder gar einer Libor-Hypothek – vielleicht mit kurzer Laufzeit – setzen. So erzielen Sie möglichst tiefe Hypothekarzinsraten, setzten sich aber einer Zinsschwankung aus.

Das Konzept der direkten und indirekten Amortisation

Amortisation ist der Fachausdruck mit welchem man den Prozess der Rückzahlung der Hypothek bezeichnet. Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Amortisationen:

  • Direkte Amortisation

    Man spricht von direkter Amortisation, wenn mit einem Kreditinstitut vereinbart wird, dass die Kreditsumme in regelmässigen Abständen um einen bestimmten Betrag reduziert wird. Es handelt sich um die häufigste Form überhaupt zur Tilgung der eigenen Schuld, wobei sich die zu zahlende Hypothek progressiv verringert.

  • Indirekte Amortisation

    Die indirekte Amortisation wird weniger oft als die vorher erwähnte Form gewählt. Diese Form ist an eine Immobilieninvestition zur Selbstnutzung des Käufers gebunden. Mit dieser Form kann man den Schuldenbetrag auf einmal unter Berücksichtigung der Zinsentwicklung während der Laufzeit bezahlen. Bei dieser Form werden Garantien gefordert, welche zur 3. Säule gehören. Der grosse Vorteil dieser Form liegt im Aufbau des Vorsorgekapitals und den steuerlichen Auswirkungen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass egal wofür Sie sich entscheiden, Sie immer daran denken sollten, dass Planung der Schlüssel zum Erfolg ist. Erfolg haben Sie dann, wenn Sie und Ihre Liebsten langfristig Freude an der Immobilie haben.